Punkt 7.30 Uhr starteten am Freitag, den 18. September 42 gutgelaunte Innungsmitglieder der Maler-, Tischler- und Goldschmiedeinnungen mit ihren Partnern ihre Bildungsfahrt in Richtung Riesa. Über die Landstraßen ging es direkt zum Nudelwerk. Das Nudelmuseum und das Nudelkino verrieten etwas über die mehr als 100-jährige Firmengeschichte, die historischen Maschinen und die Entwicklung der Verpackungen. Die Führung durch die gläserne Produktion war äußerst interessant und gewährte uns Einblicke in die Geheimnisse rund um die Teigherstellung, die Produktion, den Trocknungsprozess und die Verpackung. Der Nudelshop ließ die Nudelherzen höherschlagen und jeden etwas finden, was er mitnehmen konnte.
Nach dem kurzen Check-In im Hotel ging es bei strahlendem Sonnenschein zu Fuß in die Stadt Riesa zum Stadtrundgang. Getrennt in zwei Gruppen erfuhren wir wie schön Riesa einmal gewesen sein muss und welche große Historie hinter der Stadt steckt. Leider ist davon nicht mehr viel zu sehen und man kann nur erahnen, wie es früher in dieser Stadt floriert hat. Bei einem gemütlichen Ausklang im Restaurant „Hammerbräu“ und vielen Gesprächen zeichnete sich bereits die Vorfreude auf den kommenden Tag ab, welcher mit einer Führung in der Albrechtsburg in Meißen begann.
Hoch über dem Elbtal wurde im Jahr 929 erst eine hölzerne, später eine steinerne Festung errichtet: die Albrechtsburg Meißen. Sie gilt als »Wiege Sachsens«, von der aus die Wettiner regierten.
Arnold von Westfalen baute die Albrechtsburg 1471 zu Deutschlands erstem Schloss um. Bis heute beeindruckt die Architektur des repräsentativen Bauwerks und kündet von der Macht der ehemaligen Landesherren. Auf Wunsch Augusts des Starken zog 1710 die erste europäische Porzellanmanufaktur in das Schloss. Von Meißen aus trat das »Weiße Gold« seinen Triumphzug durch Europa an. Interaktive Exponate, Augmented Reality Formate und 3D-Inszenierungen lassen sächsische Geschichte, innovative Baukunst und Geniestreiche heute lebendig werden. Die geplanten 1 ½ Stunden der Führung reichten nicht aus, um die Albrechtsburg vollumfänglich zu erkunden, aber sie ist allemal einen Besuch wert und sehr empfehlenswert.
Danach trennten sich die Wege und jeder konnte das traditionelle Weinfest in Meißen auf eigene Faust erkunden. Zahlreiche verschiedene Weinanbieter, Versorgungsangebote und Bands ließ die Zeit wie im Flug vergehen und man erkundete dadurch die Stadt weitläufiger, durch ihre vielen kleinen Gassen, als man es vielleicht sonst getan hätte. Etwas fußlahm, aber um viele Eindrücke reicher, klang der Tag in einer gemütlichen Runde und vollzählig im Hotel angekommen, aus.
Die Führung in der Porzellanmanufaktur Meißen am Sonntag gewährte uns eindrucksvolle Einblicke in die über 300 Jahre alte Handwerkskunst und Tradition der Porzellanherstellung und Veredelung. Seit dem Jahr 1710 werden in Meißen hochwertige Figuren, Tafelservice und Vasen in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Auch heute wird nur im Kundenauftrag und jedes Stück von Hand gefertigt. Die meisten Stücke bestehen aus viele Einzelteilen, die aufwendig zusammengesetzt, gebrannt, bemalt und lasiert werden. Wenn man sich vorher gefragt hat, warum das Meißner Porzellan so teuer ist, nach der Führung weiß man es und zollt jedem einzelnen Mitarbeiter Respekt und Anerkennung.
Mit einem kurzen Zwischenstopp in Moritzburg, leider bei dauerhaften Regen, ging am Sonntag die Bildungsfahrt um 16.30 Uhr zu Ende. Wir bedanken uns bei unserem Busfahrer Jörg Hannemann, der uns sicher an jedes Reiseziel brachte und auch wohlbehalten wieder nach Hause brachte und uns am Rande an der ein oder anderen Anekdote teilhaben ließ.